logo_wo_new
photo-1444318226545-dfd6106d7ec4

Häufig gestellte Fragen

1. Allgemeines

Was sind Embrace?

Embrace sind digitale Einheiten, auch Value- oder Utility-Token genannt, die zwischen zwei natürlichen Personen für bestimmte Leistungen via Smartphone oder PC getauscht bzw. gehandelt werden können. Die Besonderheit bei Embrace ist, dass die Leistung auf die Dauer einer Stunde festgelegt ist. Wir starten mit Pflegedienstleistungen, da hier der Bedarf für ein neues System bereits deutlich sichtbar ist.

Also benötige ich nun Embrace statt Euro, um Pflege zu kaufen? Wo ist der Unterschied?

Der zentrale Unterschied ist, dass der Euro durch die Hände vieler Mittelspersonen, Krankenkassen, Arbeitgeber, Investoren, Dienstleister etc. geht. Nur ein Bruchteil davon kommt schließlich bei der eigentlichen Pflegekraft an – und bei steigender Regulierung und Rendite-Interessen wird dieser Anteil auch noch von Jahr zu Jahr kleiner.

Die Pflegekräfte halten gerade so den Status Quo aufrecht, aber schlechte Bezahlung, Überstunden und konstanter Stress sind nicht gerade eine gute Werbung für Nachwuchs in der Branche. Während also die Zahl der Pflegebedürftigen aufgrund des demografischen Wandels steigt, stagniert die Anzahl der Beschäftigten im Sektor. Der “Pflegenotstand” erscheint unausweichlich.

Ein Embrace hingegen wird direkt zwischen Pflegeperson und Patient getauscht, alle Drittinteressen sind außen vor. Die eigentliche Zeit für Zuwendung wird damit aus dem Hamsterrad der Optimierung herausgenommen, ein Regulierer/Verwalter/Investor kann sich nicht mehr an den Einkünften der Pflegekraft bedienen.

Wie entsteht der Preis bei Embrace?

Embrace können nicht kopiert oder gefälscht werden. Der Token repräsentiert also immer die ausgeführte Tätigkeit und verliert vom Prinzip her nie seinen Wert. Im idealen System steht also eine Stunde gegebener Pflege dem Anrecht auf eine Stunde Pflege gegenüber. Beim Tausch gegen andere Dinge (Services oder auch Geld) ist allerdings ein Marktplatz nötig, bei dem Käufer und Verkäufer des Token den Gegenwert per Handel ermitteln. Und hier entfaltet sich die positive Wirkung des Marktes: Gibt es zuviel Angebot einer Tätigkeit, sinkt die Wertigkeit. Besteht hoher Bedarf, kann der Token meistbietend verkauft werden.

In der Einführungsphase werden Embrace noch recht günstig zu erwerben sein, da es sich nur um ein Zubrot zum normalen Gehalt der Pflegekräfte handelt. Je mehr Menschen jedoch daran teilnehmen, je mehr Dienstleister sich dafür einsetzen, dass Pflegekräfte fair bezahlt werden, je mehr also Bedarf geweckt wird, desto höher steigt der Preis, um früher oder später den Arbeitgeber-Lohn komplett zu übernehmen.

Ist Embrace die neue Pflegewährung?

Nein, Embrace ist keine Währung im klassischen Sinne. Wenn man so will, kann man sie mehr als Bonussystem begreifen, bei dem die verdienten Punkte von Pflegerinnen und Pflegern gegen andere Dienstleistungen oder Geld eingetauscht werden können.

Ist Embrace eine Art Pflegeversicherung?

Nein. Versicherungen erheben Beiträge für die Wahrscheinlichkeit, dass eine Leistung angefordert wird. Diese Einnahmen verwenden sie, um aktuelle Forderungen einzulösen. Überschüssiges Geld wird nach den Gesetzen des Geldmarktes angelegt, um zukünftige Forderungen besser abwickeln zu können.

Im Embrace-System gibt es diese zentrale Anlaufstelle nicht. Wir nehmen kein Geld ein, um später eine Leistung einzulösen. Wir glauben daran, dass Menschen ihren Pflegebedarf selbst miteinander regeln können, so wie es Tausende von Jahren auf dieser Welt funktionierte. Wir liefern hierfür nur die Infrastruktur und Werkzeuge.

Warum sollte ich plötzlich vorsorgen? Der Staat tut das doch für mich...

Wir bei Embrace sind große Fans eines fürsorgenden Staates. Angesichts des demografischen Wandels bei gleichzeitigem Fachkräftemangel steuert die derzeitige Finanzierung der Pflege aber auf eine Katastrophe zu. Außerdem verlieren Menschen durch die passive Abgabe von Sozialversicherungsbeiträgen per Lohnzettel schlicht das Gefühl für die Wertigkeit von Pflege in der Gesellschaft. Stattdessen schieben sie Gedanken an den eigenen Pflegebedarf weit von sich oder zahlen in eine Versicherung ein, die allerdings auch zunächst ihre eigenen Gewinn-Interessen berücksichtigt.

Wir bei Embrace glauben, dass Arbeit mit und für Menschen in die Mitte der Gesellschaft gehört. Aktive Vorsorge für sich selbst schafft das Verständnis dafür, was wirklich wichtig ist und Embrace verleiht das gute Gefühl, dass das eingesetzte Vorsorgekapital zu 100% bei den richtigen Adressaten ankommt.

Muss ich dann in die Pflegeversicherung einzahlen und zusätzlich noch Embrace kaufen?

Zunächst bauen wir natürlich darauf, dass Menschen sich bewusst dafür einsetzen, dass Pflegekräfte besser bezahlt werden und deshalb beginnen, Embrace zu sparen. Da Embrace am Anfang jedoch noch sehr günstig zu haben sind, entsteht kaum Mehrbelastung für Vorsorgende, jedoch schon eine spürbare Entlastung der Pflegekräfte, da jeder kursierende Embrace Extra-Einkommen bedeutet und sich mehr Nachwuchs für die Branche finden lässt. In einer späteren Phase ist auch denkbar, dass Pflegeeinrichtungen die Zuwendungen aus dem staatlichen Verteilungstopf intern gegen Embrace verrechnen. Unser Ziel ist schließlich, dass der Anteil der Lohnkosten für die Pflege aus der Sozialversicherungsabgabe herausgenommen wird.

Warum ist Euer System besser als das Bisherige?

Die Digitalisierung geleisteter sozialer Arbeit schafft eine Sichtbarkeit in der Gesellschaft, die bis dato nicht möglich war. Embrace repräsentieren den Wert einer Leistung über die Grenzen des eigenen Einflussbereiches hinweg, ohne hierfür einer Instanz oder Person Vertrauen schenken zu müssen. Dies tut der Euro prinzipiell auch, doch Geld ist anderen Gesetzmäßigkeiten unterworfen: Eine Geldökonomie funktioniert nur durch konstantes Wachstum, Zinsen durch  Verleih und Inflation. Im System der “Social Commons” sind diese Faktoren allerdings eher störend, da beim fairen Tausch beide Partner am langfristigen Werterhalt (“Qualität”) der repräsentierten Leistung interessiert sind. Eine Stunde Zuwendung für einen Mitmenschen erschafft nunmal keine Zinsen, Erhöhung der Quantität geht hier immer auf Kosten der Qualität.

Aber wieviel Embrace muss ich ansammeln, damit ich bei Bedarf genug habe?

Natürlich sind Prognosen für lange Jahre im Voraus immer unsicher, beim Vergleich mit dem heutigen Bedarf kommen allerdings gut 30.000 bis 40.000 Pflegestunden im Laufe des Lebens zusammen.

Ein wesentlicher Aspekt von Embrace ist allerdings auch, dass Patienten selbst entscheiden können, wann und wieviel Pflege sie in Anspruch nehmen wollen.

Das klingt nach sehr viel Geld, aber nicht wirklich danach, als wenn ich mir das jemals leisten kann. Oder?

Durch diese einfache Rechnung wird natürlich zunächst erst einmal klar, was Pflege bereits heute (mindestens) kostet und warum die Situation schon jetzt prekär ist.

Wir bei Embrace glauben aber an Fairness in der Gesellschaft und arbeiten deshalb an einer ganzen Reihe von Möglichkeiten, um das Füllen der Embrace-Sparkonten zu vereinfachen:

  1. Behördlichen Institutionen wird es möglich sein, Bonustoken zu verteilen. Wer also nach der Schule ein soziales Jahr antritt oder ein Praktikum in einer Pflegeeinrichtung oder auch im Kindergarten absolviert, bekommt Starthilfe gutgeschrieben, Studierende und Azubis können ebenso Bonustoken auf ihr Sparkonto erhalten, wenn sie im sozialen Bereich lernen.
  2. Embrace, die selbst nicht mehr benötigt werden, können zu einem gewissen Grad vererbt oder verschenkt werden.
  3. Versicherungen werden in der Lage sein, im Bedarfsfall treuhänderisch Embrace zum Tagespreis von Marktplätzen einzukaufen und für den Versicherungsnehmer aufzuwenden. Die Preisfindung für diese Vorsorge wird sich allerdings erst in den nächsten Jahren etablieren. Im idealen Embrace-System soll allerdings ein Verteilungsalgorithmus dafür sorgen, dass eigene aktive Vorsorge ebenso mit Bonustoken unterstützt wird.
  4. Der Verteilungsalgorithmus sorgt allgemein dafür, dass die nicht verwendeten Embrace von Verstorbenen bzw. von Menschen, die aus dem System ausscheiden, fair und bedarfsgerecht auf alle anderen Teilnehmer im System übertragen werden. Dies ist besonders für akut eingetretene Pflegefälle relevant und hilft, den Druck einer teuren Versicherung abzumildern.
  5. Am Wesentlichsten ist jedoch unsere Gesamtvision, bei der Embrace für Pflege nur ein Teil des Ökosystems widerspiegeln. Wir denken, dass auch Hebammen, Nachhilfelehrer, ehrenamtliche Fussballtrainer, Nachbarschaftshilfe – schlicht alles soziales Engagement, bei dem es eher um Qualität denn um Quantität geht – Teil des Systems werden können und sollten. Wir kümmern uns dann um den Marktplatz, um diese Services und deren Token miteinander handelbar zu machen, ohne dass der Umweg über Geld gemacht werden muss. So kann jeder “dazuverdienen”.

An dieser Stelle sei auch noch darauf hingewiesen, dass es sich lohnen kann, bereits frühzeitig in Embrace zu investieren, da der Preis zu Beginn deutlich günstiger zu haben sein wird. Mehr dazu erfahren Sie auf der Support-Seite.

Kann ich meine Embrace verkaufen?

Embrace können nur von Pflegekräften von einem speziellen Konto verkauft werden. Sparer können Ihre Embrace nicht verkaufen, allerdings zu einem gewissen Grad vererben.

Was passiert mit meinen Embrace wenn ich sterbe?

Die verbliebenen Embrace werden nach dem Tod oder Ausscheiden aus dem System mittels eines automatisierten Schlüssels auf die anderen Systemteilnehmer verteilt. Vorher festgelegt lassen sie sich aber auch zu einem gewissen Grad vererben.

Wenn ein Algorithmus die Verteilung überwacht, wer überwacht dann den Algorithmus?

Der Algorithmus wird “Open Source” verfügbar sein, das heißt, von jeder Person öffentlich einsehbar sein. Veränderungen am Algorithmus und an der Gesamt-Ökonomie werden zukünftig in einem Governance-Modell durch Einbeziehung aller Embrace-Halter bestimmt, selbständige Entwicklerteams können die Entscheidung dann umsetzen.

Wo endet die Demokratie, wo beginnt der Einfluss des Embrace-Teams?

Wir sind zwar davon überzeugt, dass Embrace eine gute Idee ist, aber wir sind nicht so vermessen zu behaupten, sie gehöre nur uns. Das Embrace funktioniert am Besten dezentral zwischen Anbieter und Nachfrager, selbstregulierend und prinzipiell sogar komplett ohne uns. Das heißt, die Ökonomie der “Social Commons” wird von uns initial aufgesetzt, die Weiterentwicklung erfolgt dann möglicherweise aber unabhängig von uns.

Was habt Ihr davon, Embrace zu entwickeln?

Zunächst ist es ein tolles Gefühl, wenn man an etwas arbeitet, was die Welt ein Stück besser, weil fairer, macht. Da aber auch wir nicht von Luft und Liebe leben können, betreiben wir einen Marktplatz, bei dem Pflegeanbieter ihre Embrace tauschen bzw. verkaufen können. Dieser Marktplatz nimmt eine geringe Gebühr von Käufer und Verkäufer und stellt damit die Funktion des Dienstes selbst sicher, akquiriert neue Teilnehmer und expandiert in neue Märkte.

Wir sammeln gerade weitere Fragen, besonders im Hinblick auf Vorsorgende und Pflegekräfte sowie zum Thema Finanzierung. Diese werden wir mitsamt Antworten umgehend online stellen.

Sie haben eine Frage, die nicht warten kann? Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf!